Rauhnächte um den Jahreswechsel


Der germanische Kalender kannte das Mond- und das Sonnenjahr. Hier liegt möglicherweise der Ursprung der Rauhnächte. Das Sonnenjahr mit 365 Tagen im Jahr und die Mondzyklen mit jeweils 29,5 und damit einem Mondjahr von 354 Tagen im Jahr ergaben eine Differenz von 11 Tagen und 12 Nächten.


Der Begriff „Rauhnächte“ könnte vom Räuchern abstammen, da in diesen Tagen alle Ställe und Häuser mit getrockneten Kräutern zur Reinigung ausgeräuchert wurden. Es ist eine wundervolle Zeit der Innenschau und der bewussten Neuausrichtung. Für mich beginnen die Rauhnächte mit der Wintersonnenwende. Wir feiern das Yulefest und somit die Geburt des Lichts. Dies ist ein besonders kraftvoller Moment des Jahres, an dem ich mich so gerne auf die Rauhnächte einstimme und vorbereite.

Jeder Tag der Rauhnächte steht für einen Monat des kommenden Jahres. Jahr um Jahr zelebriere ich das Ritual der 13 Wünsche, besser gesagt Intentionen für das Neue Jahr, um Altes abzuschließen, in mir Frieden zu finden und mit Klahrheit und Kraft in das neue Jahr überzugehen.

Die erste Rauhnacht beginnt mit der Abenddämmerung des 24.12. und endet mit dem Sonnenuntergang am 25.12. Sie steht für den Monat Januar.



SCHAFFE DIR EINEN KRAFTORT


Richte dir für die Rauhnächte und darüber hinaus einen Kraftplatz in deinem Zuhause ein. An diesem Platz kannst du dein Räucherbündel, eine besondere Schale mit deinen 13 Wunschzetteln, besondere Steine, Kerzen, Federn, bedeutsame Bilder oder Symbole und dein rauhnachtstagebuch aufbewaren. Auch kannst du diesen Ort anreichern mit Dingen, die während der Rauhnächte zu dir kommen und eine besondere Bedeutung für dich haben. An diesem Ort kannst du direkt nach dem Erwachen deine Träume in dein Rauhnachttagebuch schreiben und dich am Abend zur Meditation oder einem Moment der Stille zurückziehen. Du wirst feststellen, dass dieser Ort mit der Zeit an Bedeutung für dich gewinnt und du ihn mit deiner Aufmerksamkeit zu einem wahren Kraftort für deine Seele erwachen lässt.



REINIGE DEINE RÄUME MIT RAUCH


Räuchere am Abend der Ersten Rauhnacht deine Räume mit einem Kräuterbündel. Hierfür eignet sich besonders weisser Salbei. Beginne an der Eingangstür und arbeite dich durch alle Räume. Gehe jeweils zuerst in die Mitte des Raumes und lasse dort den Rauch nach oben steigen. Räuchere dann die Ecken und Nischen. Vertraue bei der Räucherung deinem Bauchgefühl. Es wird dir sagen an welchen Stellen stärker geräuchert werden sollte. Bist du fertig, so öffne alle Fenster und lasse die Energien entweichen. Du kannst mit einem Fächer oder Federn nachhelfen.




13 WÜNSCHE


Räume dir nun ab der ersten Rauhnacht jeden Abend ein wenig Zeit an deinem Kraftort ein. Entzünde eine Kerze und ein Räucherstäbchen oder dein Kräuterbündel. Finde einen Moment der Stille und nutze gerne die Atemmeditation, die wir am Abend der Wintersonnenwende geübt haben. Ziehe anchließend einen deiner Wünsche, lasse ihn nochmal ganz tief auf dich wirken und verbrenne ihn ganz im Vertrauen in die transformative Kraft des Feuers. Am 6. Januar, zum Ende der Rauhnächte, wirst du dann einen Zettel übrig haben. Zum Abschluss machst du es dir an deinem Kraftort noch einmal ganz besonders, vielleicht mit einem warmen Kakao und einem besonderen Duft oder einer bedeutsamen Musik. Entfalte dann den Wunschzettel, dessen Erfüllung du selber mit HIngabe und Zuversicht in die eigenen Hände nehmen darfst. Vielleicht magst du diesen Zettel ebenfalls in dein Rauhnachttagebuch kleben.



RAUHNACHTTAGEBUCH


Werde wachsam und notiere dir in deinem Rauhnachttagebuch alle Begegnungen, Träume und Momente, die dir während dieser Zeit von Bedeutung erscheinen. Du kannst am Abend auch eine Frage formulieren, auf die du dir über deine Träume eine Antwort erbittest. Nehme dir fest vor, während dem Aufwachen deinen Traum noch einmal zu reflektieren und ihn dann anschließend direkt aufzuschreiben.